Scythe Brettspiel Rezension von Spielenerds

Scythe im Test – Machtkampf mit Risiko und Aktionismus mit Planung

Risiko war ja mein Brettspiel.

Erst mal einen provokanten Spruch heraushauen à la „Ich mach’ euch alle platt und hole mir die Weltherrschaft.“

Um dann reumütig 10 Runden später herauszufliegen, weil ich keine Truppe mehr habe. Menschlich konnte ich viel dabei lernen. Provozierst du alle, verbünden sich plötzlich alle.

Egal ob es besser Optionen gab, ich wurde angegriffen.

Die Logik habe ich bis heute nicht begriffen, aber egal, denn ich spiele Risiko nicht mehr. Warum auch? Es gibt bessere Spiele, zum Beispiel: Scythe. Ein Area-Control-Spiel mit Option zum Kämpfen.

Hä, Optionen? Ja, du hast richtig gelesen. Ein Kampfspiel, was auch ohne Kampf funktioniert. Dazu am Ende mehr. Und natürlich klären wir, warum es besser ist? Und für wen ist das Brettspiel Scythe geeignet?

Wie spielt sich Scythe?

Scythe

Jamey Stegmaier
Spielautor:in

Stonemaier Games
Verlag

2016
Erscheinungsjahr

1 – 5
Spieleranzahl

90 – 115 Min.
Spielzeit

14+
Altersempfehlung

3.45 / 5
Schwierigkeit

8.1 / 10
BGG Bewertung

Anleitung herunterladen
(externer Link)

Unser Bestpreis

UVP
84,90 €

Angebot (inkl. Versand)
68,99 € (-19%)

Wir befinden uns in einem fiktiven Europa der 1920er-Jahre versuchen, die Kontrolle über Osteuropa zu übernehmen. Dafür gibt es 5 Nationen zur Auswahl.

Ziel von Scyhte ist es, die meisten Münzen zu sammeln. Münzen sind später Punkte.

Um das zu erreichen, gilt es Gebiete einzunehmen, Ressourcen zu produzieren, um Mechs, Gebäude und Entwicklungen herzustellen. Damit das schwer genug ist, bekommt jeder eine eigene Nation.

Mit der Nation erhältst du einen Anführer, der eine kann über Seen laufen, während der andere besser im Kämpfen ist. Das sorgt gleich zu Beginn für genug Asymmetrien am Tisch.

Wäre ja langweilig, wenn jeder das Gleiche macht.

Mit der Nation bekommst du nicht nur einen Anführer zugeteilt, sondern auch dein Startgebiet auf der Karte. Nicht wundern, es sind mehr Flaggen auf der Karte als Anführer in der Box.

Das hat Potenzial für die ganzen Erweiterungen. 😉

Scythe das Brettspiel mit der gelben Nation
Scythe – Mechs können Arbeiter mitnehmen: praktisch oder?

Um das noch abwechslungsreicher zu gestalten, erhält jeder ein Spieler-Tableau. Natürlich wird das blind gezogen. So gibt es auch dort Unterschiede.

Auf dem Tableau findest du deine Aktionen wieder. Eine Oben und eine Unten.

Die obere kannst du immer machen, für die untere brauchst du Ressourcen, also Holz, Öl, Nahrung oder Stahl. Wie viele Ressourcen, das ist jetzt abhängig, welches Tableau du hast.

Bei manchen kosten die Mechs 4 Stahl, bei einem anderen nur 2. Je nach Startgebiet ist das für dich besser oder schlechter.

Um Ressourcen zu produzieren, findest du auf der Karte die entsprechende Felder. Steht ein Arbeiter von dir darauf, kannst du dort auf dem Gebiet die Ressource herstellen.

Ja, auf dem Gebiet, nicht bei dir. Wie du jetzt vielleicht schon merkst, die können dir geklaut werden.

Steht dein Arbeiter alleine mit den ganzen Ressourcen, ist es gut möglich, dass mal ein gegnerischer Mech oder Anführer vorbeischaut. Und dein Arbeiter kann sich nicht alleine wehren, sondern zieht sich zurück.

Fiese Nummer. Und die Ressourcen? Ja, die bleiben liegen. Für den, der jetzt draufsteht.

Aber Obacht, der fiese Angreifer verliert durch die Aktion Ansehen. Und das multipliziert sich später mit bestimmten Aufgaben. Also allzu oft sollte das nicht gemacht werden.

Falls du doch den Drang nach Rache verspürst, kannst du ihn in deinem Zug herausfordern.

Dafür gibt es Kampfpunkte, die du einsetzt und Kampfkarten. Im Grunde ganz einfach, wer mehr Punkte einsetzt, gewinnt. Aber das hat natürlich noch einen Haken.

Jeder setzt verdeckt die Punkte ein.

So hangelt sich jeder von euch vor, versucht möglichst viele Gebiete einzunehmen, also eine Figur aufzustellen. Gebäude zu bauen, Entwicklungen voranzutreiben und Mechs zu produzieren.

Sobald der erste 6 Sterne gelegt hat, ist Schluss. Sterne gibt es für erfüllte Aufgaben.

Da gibt es etliche Möglichkeiten: Du kannst dein persönliches Ziel erreichen oder 4 Mechs produzieren oder 4 Gebäude bauen. Und so weiter.

Wer Kämpfe gewinnt, darf ebenfalls einen Stern platzieren.

Und dann? Dann wird ausgewertet: Es gibt Punkte für besetzte Gebiete, produzierte Ressourcen, platzierte Sterne und eine Spezialaufgabe.

Selbst da ist noch ein Clou drin: Ansehen. Je höher dein Ansehen, desto mehr Punkte fährst du am Ende ein. Es gibt viele Balken zu erklimmen und viel zu produzieren.

Um am Ende den Sieger zu küren.

Scythe das Brettspiel die Ansehensleiste
Scythe – je mehr Herzen (Ansehen), desto mehr Punkte

Unsere Bewertung zu Scythe

Scythe hat es in unsere persönliche Top 10 geschafft und das hat Gründe.

Das Brettspiel richtet sich ganz klar an erfahrene Spieler, die gerne mal ein bis zwei Stunden sitzen können. Bei 5 Spielern kann es auch noch was mehr sein.

Alleine bist du natürlich schneller, wenn du gegen den Automata daddelst. Scythe ist bei der Spieleranzahl sehr flexibel.

Die Asymmetrie durch die Anführer und die wechselnden Spieler-Tableaus sind sehr gelungen. Und natürlich die Aufgabe für alle wird jedes Spiel neu gezogen. Somit hat Scyte eine sehr hohe Varianz.

Das Material ist grandios: Du bekommst Arbeiter und Ressourcen aus Holz. Anführer und Mechs sind kleine Figuren. Das ganze liegt schön aufgeräumt mit passendem Inlay in der Box. Eins mit Sternchen.

Die Optik ist wie immer Geschmackssache. Wir finden sie sehr malerisch und passend zum Thema.

Uns gefällt besonders der Wechsel zwischen Entspannung und Anspannung. Jeder baut fröhlich vor sich hin und versucht schneller Sterne zu platzieren, bis der erste Kampf ausbricht.

Dann geht es um die Ehre, nein Spaß, meistens um Ressourcen oder die Mitte. Die ist nämlich hinterher 3 Punkte Wert. Klingt wenig, ist aber mit Multiplikator sehr interessant.

Es geht auch komplett ohne Kampf, aber das empfehlen wir nur Pärchen. Warnung: Nicht mit 5 Spielern ausprobieren, dafür ist die Karte zu kuschelig. 😉

Du siehst, mit Scythe hast du ein Brettspiel im Schrank, was vielen Spielern Spaß bringt. Die, die gerne bauen und ihre Aufgaben abarbeiten und die, die gerne Machtkämpfe ausführen.

Scyhte ein entspanntes, spannendes Strategiespiel für wenig bis viele Spieler, die keine lange Anleitung und Spieldauer verschmähen.

Scythe

2016 – Stonemaier Games
Cover

1 – 5
Spieleranzahl

14+
Altersempfehlung

90 – 115 Min.
Spielzeit

3.45 / 5
Schwierigkeit

"Wenn ich diese Aktion wähle kann ich auch die untere nutzen. Perfekt. Oh Mist warte, ich habe ja nicht genug Holz. Nochmal umdenken."
Kurzinfo:
  • jedes Volk hat eine eigene Fähigkeit
  • sehr hohe Varianz durch unterschiedliche Spieler-Tableaus
  • mit bis zu 5 Spielern spielen

Unser Bestpreis

UVP
84,90 €

Angebot (inkl. Versand)
68,99 € (-19%)

Wer schreibt hier?

Hey, ich bin Désirée und spiele Brettspiele, seit ich 6 Jahre alt bin. Was mit Max Mümmelmann und Packesel angefangen hat, ist heute Gloomhaven, Brass oder Terraforming Mars.

Da ich gerne schreibe, ist dieser Blog entstanden. Ich freue mich über deine Unterstützung, indem du meine Beiträge teilst oder kommentierst. Und die Links benutzt (die großen pinken Buttons oben).

Wenn ich keine Brettspiele spiele, schreibe ich für Geld, lese oft (Sach-)Bücher oder verbringe die Zeit mit meiner Familie in einem Freizeitpark.

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