7 Wonders Duel Spielenerds

7 Wonders Duel – Duell-Machtkampf um Wunder

7 Wonders wurde 2011 als Kennerspiel des Jahres gekürt.

Sowas passiert schonmal bei einem sehr guten Spiel. Aber es gibt einen Nachteil. Und der heißt: Spieleranzahl.

Du brauchst mindesten 3 Spieler am Tisch. Also nichts mit „Schatzi lass uns eine Runde 7 Wonders spielen“. Das geht nur zu dritt. Och menno.

Da hat Repos Production doch glatt eine Lösung gefunden: 7 Wonders Duel.

Und die Lösung ist so gut angekommen, dass das Spiel 2016 für das Kennerspiel des Jahres empfohlen wurde.

Jetzt heißt es ab an den Tisch, gegenüber natürlich und ab in den Duell-Modus. Wer baut mehr Wunder, wer ist in der Kriegskunst besser und wer gewinnt den Machtkampf?

Du bekommst einen leichten Einstieg ins Spiel, um direkt loszulegen. Am Ende findest du unsere Strategie und Bewertung. Viel Spaß.

Spielaufbau

Spieleautor:in: Antoine Bauza
Verlag: Asmodee
Jahr: 2015

Kennerspiel des Jahres 2016 Empfehlung

Spielerzahl: 2
Spielzeit: 30 Min.
Alter: Ab 10

Setzt euch gegenüber und legt das Tableau neben euch, sodass die Spitzen zu euch zeigen.

Die Schild-Schwerter-Figur (Konflikt-Figur genannt) startet in der Mitte von euch beiden. Und es werden noch die 4 Militär-Plättchen platziert.

Jetzt fehlen noch die grünen, runden Fortschritts-Plättchen. Die werden verdeckt gemischt und 5 offen aufs Spielbrett gelegt.

7 Wonders Duel Fortschrittsplättchen
7 Wonders Duel – Fortschrittsplättchen

Kommen wir zu den Wundern. Mische alle und lege 4 Wunder offen aus.

Es werden erst die Wunder ausgesucht und dann die Auslage vorbereitet.

Jetzt darf der erste Spieler ein Wunder davon wählen, dann der zweite 2. Das übrig geblieben bekommt der erste Spieler.

Das Gleiche macht ihr jetzt umgekehrt nochmal. Am Ende hat jeder 4 Wunder ausgewählt.

Diese legt ihr neben euch.

Dann bekommt jeder von euch noch 7 Münzen.

Dann geht es an die Kartenauslage. Es gibt 3 Zeitalter. Und bei jedem Zeitalter ändert sich die Kartenauslage. Dazu gibt es eine extra Übersichtskarte mitgeliefert.

7 Wonders Duel Kartenauslage Überblick
7 Wonders Duel – Kartenauslage im Überblick

Im ersten Zeitalter werden die braunen gemischt und wie oben abgebildet in die Mitte gelegt. Im zweiten Zeitalter passiert genau das gleiche, nur eben mit den blauen Karten.

Im dritten Zeitalter kommen noch Sonderkarten dazu, diese sind dunkellila. Die werden gemischt und 3 gezogen. Die kommen dann in den großen lila Stapel mit rein. Dann wird wie oben abgebildet die Karten ausgelegt.

Damit ist der Aufbau klar, kommen wir zum Ablauf.

7 Wonders Duel – Spielaufbau erstes Zeitalter
7 Wonders Duel – Spielaufbau erstes Zeitalter

Spielablauf

Als Startspieler wählst du eine Karte aus der Auslage. Die muss natürlich offen und zugänglich sein. Also ganz hinten eine herausziehen ist nicht.

Und welche Karte sollst du nun nehmen?

Das ist abhängig, welche Wunder du hast. Nehmen wir die Sphinx als Beispiel.

7 Wonders Duel Wunderkarte "Die Spinx"
7 Wonders Duel – die Wunderkarte „Die Sphinx“

Die Baukosten siehst du links unten. Du brauchst einen Stein, ein Lehm und zwei Gläser, um das Wunder zu bauen. Wenn du die Aktion ausführst (dazu später mehr) bekommst du, was rechts steht: 6 Siegpunkte und noch einen extra Zug.

Kommen wir zu den Karten in der Auslage. Jede Karte ist gleich aufgebaut.

7 Wonders Duel alle Kartensorten im Überblick
7 Wonders Duel – alle Kartensorten im Uberblick.

Oben der farbige Balken gibt an, was du erhältst, wenn du die Karte baust. Auf die Farben gehen wir gleich ein.

Die Baukosten der Karten sind links unter dem Balken. Wenn da nichts ist, ist die Karte umsonst.

Manchmal sind da zwei untereinander abgebildet.

Der obere Balken zeigt die Ressourcenkosten und der untere sind kostenlose Baubedienungen. Zu Deutsch, wenn du das passende Gebäude hast, kannst du dir Karte umsonst bauen.

Kommen wir zu den Farben:

  • Rohstoffe (braun): Hier werden Holz, Stein oder Lehm produziert.
  • Manufakturprodukte (grau): Hier werden Glas und Papyrus produziert.
  • Profangebäude (blau): Hier gibt es Siegpunkte zu ergattern.
  • Forschungsgebäude (grün): Hier gibt immer ein Forschungssymbol und manchmal Siegpunkte.
  • Handelsgebäude (gelb): Dadurch bekommst du mehr Münzen (3. Aktion), manchmal kannst du günstiger einkaufen oder bekommst Siegpunkte.
  • Militärische Gebäude (rot): Das erhöht deine Stärke auf der Konfliktleiste neben euch.
  • Gilden (lila): Geben Siegpunkte, wenn du die Bedingung erfüllst.

Damit sind die Karten soweit klar.

Wähle eine Karte aus und entscheide dich für eine folgende Aktion.

1. Gebäude errichten

Du kannst die Karten bezahlen oder umsonst bauen?

Dann kannst du sie in deiner Stadt errichten. Und zukünftig von dem Bonus oben profitieren.

Lege jede Kartensorte vor dir ab, sodass der obere Bereich sichtbar ist.

Errichtest du zwei gleiche Forschungssymbole, darfst du ein Fortschrittsplättchen nehmen.

2. Karte abwerfen und Münzen erhalten

Münzen spielen in 7 Wonders Duel dann eine Rolle, wenn du bestimmte Ressourcen kaufst (dazu gleich mehr), die du nicht besitzt.

Eine Möglichkeit an Münzen zu kommen ist, die Karte abzuwerfen und dann 2 Münzen zu nehmen.

Hast du schon Gelbe Karten errichtet, bekommst du pro Karte in deiner Stadt 1 Münze zusätzlich.

Die abgeworfene Karte wird verdeckt auf einen Ablagestapel platziert.

3. Wunder bauen

Du erfüllst die Kosten für ein Wunder, dann kannst du das mit einer beliebigen Karte tun.

Dazu nimmst du eine aus der Auslage, kosten sind egal und legst diese umgedreht unter dein Wunder.

Nun bekommst du sofort den Bonus vom Wunder.

Vielleicht ist die aufgefallen, dass du gar keine Ressourcen ansammelst, die du brauchst?

Sobald du Karten in deiner Stadt errichtet, sind die Ressourcen oben immer verfügbar. Die werden also jede Runde „produziert“.

Und was machst du, wenn du zu wenig Ressourcen hast? Dann kannst du welche dazu kaufen. Und zwar soviel du bezahlen kannst.

Wie kannst du Ressourcen kaufen?

Du willst gerne ein Gebäude errichten, aber die fehlt ein Stein?

Du kannst jegliche Rohstoffe für einen Grundpreis von 2 Münzen kaufen. Aber, sobald dein gegenüber die Ressource gebaut hat, wird es teurer.

Hat dein Mitspieler einen Stein bei sich liegen, zahlst du 3 Münzen: 2 Grundpreis + 1 pro Karte. Das gilt nicht für Gelbe Karten. Sondern für Karten, die Rohstoffe produzieren. Also, braun und grau.

Ausnahmeregel: Gelbe Karten können diese Regel aushebeln. Hast du so eine Karte errichtet (erkenntlich an der Ware mit einer 1er-Münze) darfst du die Ware immer für 1 Münze kaufen. Egal was dein gegenüber bei sich liegen hat.

Spielende – 3 Wege zum Ziel

Unsere Rekorde:

Désirée: 70
Niklas: 75

Normalerweise zählen immer die Punkte. Das gilt gefühlt bei 90 % der Spiele.

Bei 7 Wonders Duel wird alles anders. Du hast 3 Möglichkeiten zu gewinnen:

1. Konfliktmarker zum Gegner geschoben

Du bist gut darin, Konflikte auszufechten und baust deine Armee gerne aus?

Wenn du es geschafft hast, den Konfliktmarker bis zu deinem Gegner zu bringen, dann hast du sofort gewonnen.

Keine Punkte zählen. Kein weiterer Zug.

2. Min. 6 Forschungssymbole bauen

Konflikte ist nicht so deins, aber Forschung?

Hast du 6 unterschiedliche Forschungssymbole (grünen Karten) in deiner Stadt errichtet, bist du der Sieger.

Ja, so einfach kann es sein.

3. Ganz ohne Punkte geht es nicht

Wenn beides oben nicht zutrifft, dann werden die Punkte gezählt.

Anders als im normaler 7 Wonders endet das Duell nicht, wenn das 7 Wunder gebaut ist.

Wenn das 7 Wunder steht, darf kein weiteres mehr gebaut werden. Dann wird noch der Rest der Auslage gespielt. Nur die oberen beiden Punkte beenden das Spiel vorzeitig.

Fürs Punktezählen gibt es extra einen Block:

7 Wonders Duel Wertungsblock
Wertungsblock

Oben steht das Datum, darunter der Name. Dann geht es an die Punkte:

  • Alle Siegpunkte der blauen, grünen, gelben und lila Karten.
  • Die Siegpunkte auf den gebauten Wundern.
  • Evtl. Siegpunkte von Fortschritts-Plättchen.
  • Pro 3 Münzen gibt es 1 Siegpunkt.
  • Der Konfliktmarker gibt meist Punkte für einen von euch.

Zum Schluss zusammenrechnen und den Gewinner ankreuzen. Ob du letztere beiden Zeilen brauchst, um den Gewinner und Verlierer anzukreuzen?

Yeah, du hast gewonnen? Oder wurdest du komplett abzogen?

Unsere Strategie

In der Strategie unterscheiden wir uns diesmal. Aber im Kern sind wir beide gleich fies.

Niklas versucht meist über die Kriegspunkte zu gewinnen und kommt oft sehr nahe ans Ende. Aber nur nahe, geschafft hat er das noch nie.

Ich hingegen schaue, was er braucht und klaue seine Karten, sodass er nur mit Geld weiterkommt.

Meine Strategie funktioniert so gut, dass Niklas sie neuerdings gegen mich anwendet und damit auch schon ein paar Partien gewinnt.

Wir geben dir hier ein paar allgemeine Tipps, wie du 7 Wonders Duel spielst:

  • Bevorzuge Wunder mit einem Extrazug.
  • Achte auf die benötigen Ressourcen, um Wunder zu bauen, gleiche ist besser als komplett unterschiedliche.
  • Versuche zuerst 4 Wunder zu bauen.
  • Nimm bewusst Karten, die dein Gegner braucht, um ihn vom bauen abzuhalten.
  • Achte darauf, dass der Kriegsmarker nie zu nah kommt.
  • Habe Ressourcen die dein gegenüber braucht, damit es teuerer wird.

Du siehst, alle Tipps zielen nur auf eins ab. Was treibt dein Mitspieler?

Um in 7 Wonders Duel zu gewinnen, musst du deinem Mitspieler das Bauen verdammt schwer machen. Und gleichzeitig wird dich dieses fiese Vorgehen nach vorne bringen.

Falls du es noch genauer wissen willst, haben wir ein Wunder-Ranking (engl.) gefunden. Dem stimmen wir voll uns ganz zu:

  1. Der Tempel von Artemis, Piräus
  2. Die Hängenden Gärten, Via Appia, die Sphinx
  3. Der große Leuchtturm
  4. Das Mausoleum
  5. Der Koloss, die große Bibliothek (abhängig welche Fortschrittsplättchen liegen)
  6. Circus Maximus
  7. Die Statue des Zeus
  8. Die Pyramiden

Wie oben kurz beschrieben, dominieren die Karten mit Extra-Aktion. Versuche, möglichst viele der oberen Wunder-Karten zu erhalten. Am besten mehr als dein Mitspieler.

Und wenn du ganz fies bist, erzählst du nichts davon. 😉

Unsere Bewertung

7 Wonders Duel ist ein sehr einfaches und schnelles Spiel. Wir finden es ganz ok. Aber können den Hype als bestes 2-Spieler-Brettspielen nicht nachvollziehen.

Im ersten Moment wirkt das Spiel ausgewogen und locker. Aber wenn du es häufiger spielst (also mehr als 3-mal) und strategisch mit deinem Mitspieler auf einem Niveau spielst (dieser Faktor ist entscheidend), wirst du es schnell anders wahrnehmen.

Wenn dein Gegner nur Ressourcen-Karten nimmt, bist du gezwungen deine Strategie auf gelbe, rote oder grüne Karten zu legen. Du hast keine Wahl, sondern musst so spielen, um das Gefühl einer Chance zu bekommen.

Vorbestimmte Strategie gleich Minuspunkte.

Hast du wenig Ressourcen Karten musst du dauernd kaufen, um weiterzukommen. Vor allem wird das teuer, wenn dein Gegner die Ressourcen besitzt. Bekommst du keine passende Gelbe Karte, hast du Pech.

Gehst du auf Grün hast du das Problem, dass du 6 unterschiedliche brauchst um zu gewinnen, aber Fortschrittsplättchen nur bei zwei gleichen bekommst.

Rote Karten wirken wie der Ausweg, dazu musst du auch fast alle bekommen und bauen können, um dir den Sieg zu sichern. Fast unmöglich.

Uns ist somit der Freude-Frust-Faktor zu hoch. D. h. ein Spieler hat Freude den anderen vorzuführen und der andere ist nur gefrustet, weil er an der Lage nicht mehr viel ändern kann.

Wie du oben in der Strategie liest, sind die Wunder nicht gleich stark. Es fehlt die Balance.

Ab dem zweiten Zeitalter wird die Kartenauslage sehr dünn am Anfang. Der Startspieler lässt dem gegenüber nur Karten übrig, die für ihn/sie uninteressant sind.

In allen Partien, die wir gespielt haben, hat es keiner geschafft durch Forschungssymbole oder Kampf zu gewinnen.

Weiterhin ist uns aufgefallen, dass wir Punkte technisch sehr weit auseinander liegen. Bei ausgewogenen Spielen liegen wir meist nur ein paar Punkte auseinander. Hier sind es im Schnitt 30 %. Und das, obwohl wir gleich oft gewinnen.

Es wirkt also sehr willkürlich oder anders gesagt: „Der einer hat mehr Glück als der andere.“

Das Spiel ist vom Prinzip her super, wir würden uns weniger vorgefertigte Wege wünschen, sodass jeder so spielen kann wie er es mag. Wir finden den Fokus auf das Verbauen des gegenüber anstatt selber was aufbauen, nicht so ansprechend.

Bist du einmal im Rückstand bist, kannst du das selten umkehren. Außer dein gegenüber macht einen fatalen Fehler (also nie).

Wenn du gerne Karten legst, das Glück auf deiner Seite ist und du ein einfaches 2-Spieler-Machtkampf-Spiel sucht, dann bist du bei 7 Wonders Duel gut aufgehoben. Solange das nicht zum Beziehungskonflikt führt.

Verbaust du gerne deinen Mitspieler ihre Siegchancen? Antworte uns in den Kommentaren.

7 Wonders Duel

7 Wonders Duel Spielenerds
7.4
Spieleidee 8.8
Material 9.0
Spielspaß 7.0
Balance 4.5
Wiederspielwert 7.5

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