Detective von Spielenerds

Mord, Motiv, Detective: Eine detaillierte Rezension des Brettspiels

Wir stehen auf Detektiv-Geschichten.

Also ja, wir schauen regelmäßig Filme, Serien und Animes, wo Morde aufklärt werden. Nein, nicht nur Sherlok Holmes.

Wir sind beide einer anderen Berufung gefolgt, umso mehr freut es uns, jetzt doch mal in die Rolle des Detektivs einzusteigen. Detective ist dabei sehr selbsterklärend.

Du bekommst Fallkarten mit Nummern. Je nach Spur, der du folgst, ziehst du die Karte und liest diese vor. Du kannst dabei weitere Spuren freischalten oder teilweise tiefer recherchieren.

Das innovativste an dem Spiel ist ganz klar, du kannst das Internet benutzten. Auf einmal ist Wikipedia und Google Maps dein liebster Begleiter. Denn manchmal triffst du auf Begriffe die du dir genauer anschauen magst.

Genauso die extra erstellte Antares Datenbank, wo du Akten einsiehst und Beweise sammelst, machen das Spiel sehr realistisch.

Wir berichten, wie es ist, das Kirmi-Brettspiel Detective zu spielen, geben dir unsere besten Tipps mit und am Ende findest du unsere Rezension zum Spiel.

Wie spielt sich Detective?

Spieleautor:in: Przemysław Rymer
Verlag: Pegasus Spiele
Jahr: 2018

Spielerzahl: 1 - 5
Spielzeit: 120 - 180 Min.
Alter: Ab 16

Anleitung herunterladen

Kennerspiel des Jahres 2019 Nominierung

Es ist der 5. Juli und wir befinden uns in der Antares-Zentrale in Richmond Virginia. Der Optik des Büros zu urteilen, befinden wir uns in den 2010er.

Meine erste große Herausforderung steht: Welcher Ermittler will ich sein?

Ich entscheide mich willkürlich. Sollte doch keine Rolle spielen oder?

Detective Ermittler-Plättchen
Detective – Ermittler-Plättchen

„Ne nimm besser die hier.“ ,schiebt mir Niklas die Karte rüber. „Da, sind wir viel flexibler.“ Alles klar, denke ich mir und nehme sie.

Nach der ausführlichen Erklärung, wie das Spiel funktioniert, legen wir los. Wir starten mit Fall 1 und lernen unseren Chef kennen: Delaware.

Für Inklusion ist gesorgt, schließlich sitzt er im Rollstuhl. Wir lesen, was er zu erzählen hat. Unserer Aufgabe besteht darin, eine Reise von einer Uhr nachzuvollziehen. Ja, richtig gelesen, eine goldene Uhr. Muss ja ein schmuckes Ding sein.

Zuletzt gesehen wurde sie in einem Aktionshaus in Polen. Wir hatten ja auf Mord und Totschlag gehofft, aber egal. Kann ja nicht so schwer sein. Block und Stift liegen bereits neben uns. Ob wir das brauchen?

Wir haben 4 Tage Zeit. Das schaffen wir locker.

Wir folgen den ersten Spuren. Und treffen auf eine Spurenkarte, wo wir tiefer recherchieren können. Klar machen wir das. Plättchen ausgegeben und Rückseite gelesen. Mhh, nicht so viel herausgekommen, wie wir erhofft haben.

Für den ersten Tag haben wir ein paar Infos zusammen. Aber die haben alle wenig mit der Uhr zu tun. Merkwürdig. Wir machen fürs erste Feierabend (also im Spiel). Und folgen am nächsten willkürlich weiter Spuren. Ob das der Sinn des Spiels ist?

Der erste Konflikt

Und genau so passiert es dann. Niklas will einer anderen Spur folgen als ich. Und so streiten wir. Ich meine, diskutieren wir.

Wir schließen einen Kompromiss und folgen beiden Spuren. Ob das eine gute Idee war?

Zum ersten Mal treffen wir auf Infos, die wir nicht kennen. Lass und einfach mal googeln. Wikipedia spuckt dazu einiges aus. Interessant gleich was Neues gelernt.

Wir schreiben uns ein paar Sachen auf. Vielleicht brauchen wir die ja doch noch mal?

Detective Spielbrett
Detective – Das Spielbrett mit den unterschiedlichen Orten, Tagen und Zeiten

Sackgassen kosten viel Zeit

Derweil versuchen wir weiterhin beiden Spuren zu folgen und merken schnell, uns läuft die Zeit davon. Mist. Wir sind bereits an Tag 3 angekommen. Und haben uns verlaufen. Die Spur war eine Finte.

Die Themen kratzen nur so an der Nebengeschichte. Das bringt uns nicht weiter. Wir diskutieren weiter, welchen Weg wir weiterverfolgen wollen. Beides geht nicht.

Wir sind am falschen Ort. Der Tag ist am Ende, lass uns Feierabend machen. Dann können wir direkt am richtigen Ort starten. Und uns auf die eine Spur festlegen.

30 Karten sind bereits ermittelt und gelesen. Der Mund fühlt sich langsam trocken an. Das Hirn raucht derweil ein wenig.

Entscheidungen treffen

Der vierte Tag neigt sich langsam dem Ende zu. Wir haben ja noch 7 Stressplättchen und können damit locker 7 Überstunden machen. Wir folgen unserer Intuition. Und endlich eine Spurenkarte, die interessant ist.

Wir können tiefer recherchieren. Sch***, wir haben bereits alle Sonder-Plättchen geopfert. Umsonst. Hätten wir mal häufiger unsere Fähigkeit benutzt und mit den Sonder-Plättchen nicht so um uns geworfen.

Egal, weiter geht es: Wir versuchen eine andere Karte. Noch eine Überstunde mehr. Oh je, die Zeit läuft uns davon.

Schnell noch mal die „Notizen“ durchsehen. Wir hätten viel mehr aufschreiben sollen. Mit so vielen Infos haben wir nicht gerechnet.

Wir gehen viele Karten nochmal durch. Und kramen in unserem Kopf. Verdammt, was übersehen wir nur?

Wir lesen die Aufgabe noch mal durch und merken, wir haben den Fokus verloren. Es ging um die Uhr, nicht um die spannende Geschichte des Typen. Der Weg ist wichtig.

Wir konzentrieren uns und gehen alle Punkte nochmal durch. Dann wird uns klar, wir denken wir haben den Weg zusammen.

„Lass uns den Bericht abgeben.“

„Wollen wir nicht doch lieber noch eine Überstunde machen um uns sicher zu sein?“

Wir überlegen, welcher Spur wir noch nachgehen wollen. Unsere letzte Überstunde steht an.

Jackpot. Wir haben ein Beweisstück gefunden. Schnell in der Datenbank hinterlegen.

Detective Spielaufbau
Detective – Spielaufbau: Tag 1 ist schon um.

Spielende – Bericht abgeben

Wir haben Angst, was jetzt kommt. Wir drücken den Knopf Bericht abgeben.

Es kommen Fragen. Viele Fragen. Alle sollen wir beantworten.

Mist. Die erste Frage schon falsch, dabei stand die Antwort im Starttext. Ups, nicht aufgepasst.

Egal, weiter. Wir beantworten den Rest richtig.

Das Ergebnis. 15 von 22 Punkten. Geschafft.

Jedes Stress-Plättchen zieht einen Punkt ab. Mist, und wir haben alle 7 benutzt. Beim nächsten Mal weniger Überstunden.

Mit den Nerven und dem Fall am Ende. Punkte sind so lala, aber das letzte Beweisstück haben nur 2 % gefunden. Sehr gut.

Wir haben mehr Infos, als für den Fall nötig gewesen wäre. Wir öffnen Fall zwei und grinsen über beide Ohren: Das könnte noch wichtig sein, was wir herausgefunden haben.

Detective – erste Fälle

Detective Erste Fälle

Dir ist das noch zu kompliziert? Dann empfehlen wir dir Detective – Erste Fälle. Das haben wir ebenfalls komplett durchgespielt und es ist etwas leichter im Einstieg.

Die Fälle hingegen sind genauso anspruchsvoll. Detective – Erste Fälle bei Thalia* oder Bücher.de* kaufen.

Unsere Tipps zu Detective

Das erste Zauberwort heißt Mindmap.

So siehst du sofort Verbindungen zwischen den einzelnen Personen und vor allem Liebeleien zwischen einigen. Ja, die Karte wird was größer. Und du brauchst sie im gesamten Spiel.

Da für Detective eh Internet brauchst, warum nicht gleich dein Lieblings-Mindmap-Tool mit öffnen und dort alles eintragen. So sind die Notizen auch für jeden leserlich (ne, Niklas 😉).

Der zweite Tipp ist das Motiv. Manchmal kommen mehrere Personen als Täter infrage, aber wer hat das größte Motiv? Findest du kein Motiv, egal wie verdächtig die Person ist, kann sie es nicht sein.

Werde zum Motivjäger.

Als Ermittler empfehlen wir: Julia Jacobson und Ben Harris. Die beiden geben die größte Flexibilität, weil sie beide an Joker-Plättchen rankommen. Wie du an unserer Geschichte gesehen hast, kann das Häufige tiefer recherchieren, deinen Vorrat schnell aufbrauchen.

Und nichts ist ärgerlicher, als wenn du tiefer recherchieren willst, aber keine Plättchen mehr hast. Nutze die Aktion jeweils einmal am Tag. Nicht vergessen.

Als letzten Tipp: Du solltest den Anfangsspuren allen folgen. Und dann erst entscheiden, welchen Weg du weiterverfolgen willst. Manche Wege führen dich in eine Sackgasse und das kostet unnötig Zeit.

Daher ist es wichtig, sich einen groben Überblick zu verschaffen und dann schauen, welcher Weg am sinnvollsten ist.

Wir wünschen dir viel Spaß bei deinen Ermittlungen. Möge das Motiv einsichtig und der Mord geklärt werden.

Unsere Bewertung – So gut ist Detective

Wie einfach ist es, das Spiel zu erlernen und zu spielen? Die Spurenkarten sind selbsterklärend. Du hast viele Aktionen, nutzt aber die meiste Zeit nur 2 bis 3 davon. Ein klassisches: leicht zu lernen, schwer zu meistern.

Wie ist die Qualität der Spielsteine, Karten und anderen Komponenten? Die Karten sind gut und die Plättchen sind sehr dick. Die Schachtel hat ein passendes Inlay. Wir haben nichts zu meckern.

Wie ansprechend ist das Thema des Spiels? Das Thema ist genial und die Umsetzung ist sehr gut. Hallo, du kannst dein Können als Detekiv:in beweisen.

Wie oft kann das Spiel gespielt werden, bevor es langweilig wird? Es ist Einmal-Spiel mit 5 Fällen. Außer du hast den Fall nicht geschafft und willst es noch mal probieren. Aber sollte genug Zeit vergangen sein, dann kannst du es noch mal probieren.

Wie viel interagieren die Spieler miteinander? Ja, eine Menge. Genauer viele Diskussion. Vor allem welcher Spur jetzt weitergefolgt werden soll, ist häufig Thema. Manchmal sind wir uns einig und manchmal will jeder einer anderen Spur folgen. Kompromisse sind wichtig.

Wie herausfordernd ist das Spiel? Es fühlt sich leicht an. Aber tatsächlich gibt es häufig mehrere Optionen und das macht die Auswahl sehr schwer.

Wie unterhaltsam ist das Spiel? Pro Fall kannst du locker einen Abend füllen. Je größter und uneiniger die Gruppe, desto länger wird es dauern. Detective ist sehr unterhaltsam im wahrsten Sinne des Wortes.

Wie viele Erweiterungen gibt es für das Spiel? Es gibt noch einige Erweiterungen zum Spiel, sodass du weitere Fälle lösen kannst. Die Qualität der Fälle ist sehr unterschiedlich.

Was ist der Gesamteindruck des Spiels? Durchweg positiv. Uns gefällt Detective sehr gut. Ein Fall füllt locker einen Abend. Es wird viel geredet und vor gelesen. Halte Getränke bereiten.

Du wirst hinters Licht geführt und freust dich, wenn du einen Beweis findest. Dein Kopf wird rauchen vor Informationen, aber wenn du es dann geschafft hast. Mega.

Wir sagen ganz klar, wenn du einen Hang zu Detektiv-Geschichten hast, mal so richtig Hirnschmalz verbrennen willst und gerne Spuren sortierst. Dann ist Detective definitiv das richtige Spiel für dich.

Detective

Detective von Spielenerds
8.5
Spieleidee 10.0
Qualität 9.0
Spielspaß 10.0
Wiederspielwert 5.0

Pro

  • gutes Spielmaterial
  • kooperatives Spiel
  • leichter Einstieg
  • Hirnschmalz-Verbrenner

Kontra

  • Sackgassen sind frustrierend

Wer schreibt hier?

Hey, ich bin Désirée und spiele Brettspiele seit ich 6 Jahre alt bin. Was mit Max Mümmelmann und Packesel angefangen hat, ist heute Gloomhaven, Brass oder Terraforming Mars.

Da ich gerne schreibe, ist dieser Blog entstanden. Ich freue mich über deine Unterstützung, indem du meine Beiträge teilst oder kommentierst. Und die Links benutzt (die großen pinken Buttons oben).

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