Carnegie Brettspiel Rezension von Spielenerds

Carnegie im Test: Ein strategisches Brettspiel für Wirtschaftsfreunde und Wohltäter

Eine eigene Firma mit Mitarbeitern?

Falls du darüber mal nachgedacht hast, ist jetzt deine Chance. In Carnegie expandierst du dein Unternehmen, indem du neue Mitarbeiter rekrutierst und dein Verkehrsnetz in den USA ausbaust. Und du spendest regelmäßig dein Einkommen zum Wohle des Landes.

Das Brettspiel basiert auf dem Leben des Andrew Carnegie, der 1848 mit seinen Eltern nach Amerika gezogen ist und dort seine Karriere beim Telegrafenamt startete. Er hat beim Aufbau der Stahlindustrie stark mitgewirkt und sich so zu einem der reichsten Männer hochgearbeitet.

Und genau das dient als Vorbild für das Spiel. Das Ziel ist es, die meisten Punkte zu ergattern (nicht, das meiste Geld). Aber eins ist klar, wenn du besser wirtschaftest und mehr spendest, dann wirst du gewinnen.

Carnegie ist ein Eurogame mit viel Interaktion und Entscheidungen. Wir geben dir Einblicke, wie es sich spielt, welche Strategie funktioniert und am Ende findest du unsere Bewertung.

Wie spielt sich Carnegie?

Carnegie

Xavier Georges
Spielautor:in

Quined Games
Verlag

2022
Erscheinungsjahr

1 – 4
Spieleranzahl

90 – 120 Min.
Spielzeit

12+
Altersempfehlung

3.82 / 5
Schwierigkeit

8 / 10
BGG Bewertung

Anleitung herunterladen
(externer Link)

Unser Bestpreis

UVP
64,99 €

Angebot (inkl. Versand)
44,22 € (-32%)

Wir befinden uns im 19. Jahrhundert. Die Wirtschaft fängt langsam an zu laufen. Ich bin Inhaber eines kleinen Unternehmens mit 8 Abteilungen und 10 Mitarbeitern. Nicht schlecht für den Start, nur dass die Mitarbeiter noch nichts können.

Da werde ich wohl Geld für die Ausbildung in die Hand nehmen. Schließlich will ich ein Imperium errichten, das sich durch die ganzen USA zieht. Ihr werdet schon sehen.

Erst mal verschaffe ich mir einen Überblick über alle Abteilungen: Personal, Verwaltung, Konstruktion und Forschung & Entwicklung. Jede hilft, an anderen Ecken weiterzukommen.

Die gleichen Symbole finde ich auf der Zeitleiste wieder. All das verwirrt mich erst mal. Egal, wird schon klappen.

Erste Abteilung gewählt und ersten Stein platziert. Jetzt werden die Mitarbeiter bewegt. Da ich keine Ahnung habe, was ich tun soll, kopiere ich einfach einen Mitspieler.

Jetzt noch die Mitarbeiter ausbilden, um sie nutzten zu können. Verdammt direkt pleite. Das fängt ja gut an.

Carnegie Aktion wählen
Carnegie – Aktion und Land wählen

Aktion weise wählen

Der erste Spieler wählt: Direkt zu Beginn wird die Forschung & Entwicklung gespielt. Wie gut, dass ich Mitarbeiter dort platziert habe.

Jetzt geht es darum, Forschungspunkt zu verteilen. Aber wohin mit den Punkten? Etwas überfordert, verteile ich sie sehr gleichmäßig. Teilweise auf dem Spielbrett und teilweise ziehe Leisten raus.

Die erste Runde lief gut. Der Nächste ist dran und wählt eine Aktion. So geht es die ganze Zeit weiter. Auch ich darf wählen. Und die Steine wandern jedes Mal einen Schritt weiter.

Jetzt wird klar, das Spiel dauert mit 20 Runden nicht lange. Und jede Aktion kommt statistisch nur 5-mal dran, wenn den immer schön nach Plan gespielt wird.

Es ist möglich, die Aktion zu wählen, obwohl sie bereits am Ende der Leiste angekommen ist. Dann zählt die Regionalfarbe darunter. Das zum Thema Statistik, da kann ich mich nicht drauf verlassen. Es heißt, seine Mitspieler genau beobachten.

Die Runden plätschern so vor sich hin und ich versuche eine Balance zu finden, zwischen Abteilungen bauen, Mitarbeitern durch die Gänge zu jagen und auszubilden und mein Netz im Blick zu haben.

Zu sehr auf mich fokussiert

Bei all dem ganzen Beobachten und Planen ist es passiert. Ein Mitspieler wählt die Aktion Konstruktion, die es dir ermöglicht, mithilfe von Mitarbeitern dein Netz weiter auszubauen.

Alles klar, zum Glück habe ich Mitarbeiter in der Abteilung stehen und genug Plättchen im Vorrat. Und dann macht es klick: Verdammt, ich habe keine Würfel mehr, um zu bauen.

Da hat er mich gekriegt und ich gehe die Runde leer aus. Gut gespielt.

Carnegie Mitarbeiter ausbilden
Carnegie – Spieler-Tableau mit Abteilungen und Mitarbeitern (ups zu weit oben)

Was du kannst, kann ich auch

Das kann ich natürlich auch. Was mir an Würfel fehlt, habe ich an Geld. Aber meine Mitspieler nicht. Also wähle ich ein Feld mit Spenden. Tja, wie es aussieht, werde ich wohl alleine Spenden.

Also Aktion hatte ich Personal gewählt, sodass ich alle Mitarbeiter bewegen kann. Endlich, das im Foyer stehen bringt nämlich nichts.

So spielen wir einige Runden weiter. Und es läuft gut. Aber da ich ja keinen netten Mitspieler habe, bekomme ich direkt wieder Ärger.

Netze richtig spannen

Ich habe versucht, meine Strecke entspannt auszubauen. Da war ich gerade dabei, Housten mit San Francisco zu verbinden, um die alle Großstädte zu bebauen. Da ärgert mich der Tischnachbar gegenüber und baut dreist meinen Weg zu.

Wieder, verdammt, das hab ich nicht kommen sehen. Nun brauch’ ich einen anderen Weg. Der ist viel länger. Mir gehen die Würfel aus und die Steine. Arg, rege ich mich auf, dass ich nicht besser aufgepasst habe.

Ich versuche das beste daraus zu machen und schaffe es tatsächlich noch, Chicago mit San Francisco zu verbinden.

Das war knapp, den die 20 Runden sind um.

Carnegie Spielbrett
Carnegie – Spielbrett

Punkte, Punkte, Punkte

Das Ziel von Carnegie sind Punkte. Und genau da sind wir nun angekommen. Wir starten beim Aktionsplättchen, was nur ein Mitspieler hatte, da er letzter Spieler war. Nur 3 Punkte. Ob das was bringt.

Es geht weiter mit stehenden Mitarbeitern. Oh, Mist, die meisten sind im Foyer. Da kann ich nicht viel holen. So gehen wir alle Punkte durch. Es ist knapp. Jeder steht mal vorne auf der Punkteliste.

Verloren.

Der erfahrenste Spieler hat gewonnen. Aber nur mit 10 Punkten mehr. Beim nächsten Mal werde ich mehr auf die Würfel achten, dann gibt es eine Revanche.

Das Spiel hat mich sofort überzeugt. So simpel und trotzdem so verzahnt. Ich denke darüber nach, was ich beim nächsten Mal anders machen werde. Was soll ich sagen, es lief direkt viel besser.

Unsere Strategie zu Carnegie

Unsere Rekorde:

Désirée: 176
Niklas: 174

Am Anfang setzten wir bei Carnegie sehr stark auf Abteilungen mit Forschung & Entwicklung (F&E). Das Symbol, das wie ein fliegender Teppich aussieht. Es ermöglicht dir, schnell auf den Transportlisten weiterzukommen und deine Projektstreifen herauszuziehen.

Beides bringt dich am Anfang stark weiter. Wenn du es schaffst, eine Strecke zu bauen, die alle 4 Großstädte verbindet und auf allen Leisten bis zum Ende zu kommen, winken 36 Siegpunkte.

Spenden können dir maximal 12 Siegpunkte geben. Und du musst mindestens 3-mal spenden (das kostet 30 Dollar), um ebenfalls 36 Punkte zu erhalten. Natürlich musst du die Bedienung auch erfüllen.

Beim Start schickst du 3 Mitarbeiter in die F&E-Abteilung und sicherst die noch eine Abteilung aus dem Bereich. Die beste gibt 7 Forschungspunkte. Leider ist die Abteilung sehr rar.

Behalte deinen Netzaufbau immer im Auge. Verbaue Mitspielern ihre Strecken und achte darauf, nicht selbst geärgert zu werden. Am Ende solltest du es schaffen, alle Großstädte zu verbinden. Die für sich ebenfalls noch gut Punkte abwerfen.

Dein Einkommen (also die Leisten zum Herausziehen) ist der Hebel zum Sieg. Es bringt dir regelmäßig Geld und Warenwürfel. Würfel sind sehr kostbar, nur damit lässt sich dein Netz weiter ausbauen und Abteilungen platzieren. Sammle sie fleißig.

Der wichtigste Punkt im Spiel: Behalte deine Mitspieler im Blick. Was wollen sie als Nächstes auf der Zeitleiste spielen? Was lohnt sich am meisten für sie? Wo fangen sie an, Mitarbeiter zu platzieren?

Versuche, auf alles gefasst zu sein, um keiner Nullrunde ausgeliefert zu sein.

Spenden bringen dir am Ende weitere Punkte ein. Die sicherste Spende ist die Eisenbahn. Du musst auf jeder Leiste im grünen Bereich sein. Das solltest du eh bestreben, daher sind das sicher 12 Punkte. Mehr als 12 Punkte geht nicht.

Dann kommt es darauf an, wovon du mehr hast. Sammelst du 4 Abteilungen einer Sorte, lohnt es sich darein zu spenden. Die Anfangsabteilungen zählen mit. Und jede Abteilung gibt am Ende ebenfalls Punkte. Ein paar solltest du bauen.

Baust du eine Region sehr stark aus, kann sich diese Spende für dich lohnen. Hast du deine Projektstreifen weit herausgezogen, kann es sich lohnen dort zu spenden. Bei den lila Projekten brauchst du 3 Symbole, bei Orange 4 und bei Grün und Blau zusammen 6, um die 12 Punkte zu schaffen.

Wichtig ist, die Symbole müssen sichtbar sein, also herausgezogen und der Stein gebaut.

Am besten rechnest du aus, welche Spende dir mehr bringt. Sie geben am Ende die entscheidenden Punkte. Daher solltest du mindestens 3 Spenden tätigt, mehr ist besser.

Zum Schluss spielen wir stark die Aktionen Personal und Konstruktionen. So können wir unsere zurückgeholten Mitarbeiter neu platzieren und unsere Strecke stärker ausbauen.

Wir wünschen dir viel Freude bei Carnegie.

Unsere Bewertung – So gut ist Carnegie

Wie einfach ist es, das Spiel zu erlernen und zu spielen? Für Wenigspieler sehr komplex. Für Vielspieler, die schon einige Mechaniken kennen, ist es leicht reinzukommen. Du kannst Arbeiter platzieren, bewegen und ausbilden sowie Strecken bauen und Spenden tätigen.

Wie ist die Qualität der Spielsteine, Karten und anderen Komponenten? Das Material ist durchweg hochwertig. Vor allem das dicke Spielertableau ist sehr schön mit den Einschüben. Lediglich das mangelnde Inlay ist schade.

Wie ansprechend ist das Thema des Spiels? Das Thema ist genial. Ein Brettspiel, indem es wichtig ist, ein Imperium auszubauen, um dann zu spenden. So kannst du endlich beweisen, ob du wirtschaftlich denkst und was für ein toller Mensch du bist.

Wie oft kann das Spiel gespielt werden, bevor es langweilig wird? Am Anfang bist du total überfordert. Mit jeder weiteren Partie wird immer klarer, was deine Mitspieler tun und was du tun willst. Jede Runde ist spannend und trotzdem merkst du langsam ähnliche Verläufe. Das stört nicht, da du neue Taktiken und Strategien testen kannst. Vielleicht doch mal mehr auf Abteilungen gehen?

Wie viel interagieren die Spieler miteinander? Sehr viel. Schließlich schaust du genau, was deine Mitspieler machen, um ihnen beim nächsten Wirtschaftsjahr ihren Plan zu verbauen. Oder ihr Netz zu kreuzen, dass sie einen anderen Weg einschlagen müssen.

Wie herausfordernd ist das Spiel? Am Anfang etwas überfordernd, aber im positiven Sinne. Umso häufiger du spielst, umso leichter.

Wie unterhaltsam ist das Spiel? Es ist spannend zu sehen, wie jeder sein Unternehmen aufbaut. Welche Abteilungen werden dazu gekauft, welche Spenden getätigt. Wie wird die Strecke gebaut? Langweile kommt nie auf. In den Phasen kann theoretisch jeder für sich planen, somit gibt es wenig Ausfallzeit.

Wie viele Erweiterungen gibt es für das Spiel? Es kommt eine Erweiterung mit weiteren Abteilungen und Spendentafel im April 2023.

Was ist der Gesamteindruck des Spiels? Durchweg positiv. Uns gefällt Carnegie sehr gut, vor allem die Herausforderung, alles im Blick zu haben. Du planst für dich selbst und checkst trotzdem deine Mitspieler ab.

Was wird dein Gegenüber als Nächstes tun, platziere ich den Mitarbeiter lieber bei Braun oder Grün. Und solche Gedanken begleiten dich die ganze Partie. Du planst min. 2 Züge im Voraus.

Weil dies aber alle am Tisch tun, wird es nie langweilig. Ärgerpotenzial ist sehr hoch. Und du kannst dich taktisch und strategisch austoben.

Wenn du Eurogames liebst, gerne ein Unternehmen aufbauen willst und dabei gerne deine Mitspieler überwachst, dann ist Carnegie das richtige für dich.

Carnegie

2022 – Quined Games
Cover

1 – 4
Spieleranzahl

12+
Altersempfehlung

90 – 120 Min.
Spielzeit

3.82 / 5
Schwierigkeit

Kurzinfo:
  • gutes Spielmaterial
  • viel Interaktion
  • tolles Thema
  • Strategie & Taktik gefragt
  • wiederholende Abläufe

Unser Bestpreis

UVP
64,99 €

Angebot (inkl. Versand)
44,22 € (-32%)

Wer schreibt hier?

Hey, ich bin Désirée und spiele Brettspiele, seit ich 6 Jahre alt bin. Was mit Max Mümmelmann und Packesel angefangen hat, ist heute Gloomhaven, Brass oder Terraforming Mars.

Da ich gerne schreibe, ist dieser Blog entstanden. Ich freue mich über deine Unterstützung, indem du meine Beiträge teilst oder kommentierst. Und die Links benutzt (die großen pinken Buttons oben).

Wenn ich keine Brettspiele spiele, lese ich oft (Sach-)Bücher oder verbringe die Zeit mit meiner Familie in einem Freizeitpark.

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